Erfolg für indigene Gemeinschaften

© Amazon Frontlines/Mitch Anderson

Das ecuadorianische Verfassungsgericht verpflichtete den Staat dazu, die Zustimmung der betroffenen indigenen Gemeinschaften einzuholen, bevor neue Ölförderungs- und Bergbauprojekte gestartet werden.

Seit Jahren kämpft die indigene Gemeinschaft der A’i Cofán im ecuadorianischen Amazonasgebiet, nahe der Grenze zu Kolumbien, für den Erhalt der Natur und ihrer in der Verfassung des Landes garantierten Rechte.

Vor allem wehren sie sich dagegen, dass die Regierung Konzernen erlaubt, Gold auf ihrem Territorium abzubauen. Deshalb haben sie vor lokalen Gerichten geklagt und bereits mehrfach Recht bekommen. Doch die Behörden haben die Urteile nicht anerkannt und nicht umgesetzt.

Und so drohte die Zerstörung großer Regenwaldgebiete und durch giftige Schwermetalle verseuchte Landstriche und Flüsse.

Daraufhin zogen die A’i Cofán nun vor das Verfassungsgericht und bekamen am 27. Januar 2022 endgültig Recht: Das Gericht zieht über 50 Genehmigungen zum Abbau von Gold im Regenwald der A’i Cofán zurück.

Das höchste Gericht des südamerikanischen Landes schafft mit dem Urteil ein  Musterbeispiel, das auch Auswirkung auf andere Entscheidungen hat: Es hat damit den indigenen Gemeinschaften das Recht zugesprochen, uneingeschränkt über ihr Territorium im Amazonasgebiet zu entscheiden. Ohne eine ausdrückliche Zustimmung der indigenen Gemeinden darf die Regierung keine Konzerne beauftragen im Regenwald tätig zu werden, sei es Goldabbau, Ölförderung, Kahlschlag etc..

Damit stärkt das Gericht massiv den Schutz von 9 Millionen Hektar Land indigener Gemeinschaften im Amazonasgebiet von Ecuador.

Goldabbau

Um nur 0,24 Gramm Gold zu erhalten, entstehen 1000 Kilo Sondermüll und Abraum. Ein einzelner Goldring hinterlässt demnach 20 Tonnen lebensgefährlichen Giftmüll.

Land

Weitere Infos

La Victoria A’i Cofán de Sinangoe
https://toamazonia.org/case-study/the-victory-of-the-ai-cofan-of-sinangoe/

6:05 Minuten
Spanisch mit englischem Untertitel

Leitfragen zur Reflexion und Weiterarbeit

  • Warum ist dies eine Geschichte nachhaltigen Handelns?
  • Warum sind indigene Völker abhängig von einer intakten Umwelt?
  • Inwiefern sind Menschen in Deutschland von ihrer Umwelt und den natürlichen Lebensgrundlagen abhängig?
  • Wie sind die Menschen in Deutschland mit den Problemen indigener Völker verbunden?

Arbeitsaufträge

  • Recherchiert die Auswirkungen des Goldabbaus auf die Umwelt.
  • Diskutiert das Für und Wider des Goldabbaus in im Hinblick auf mögliche Entwicklungsimpulse für die Region einerseits und Umweltzerstörung und den Verlust von Regenwald andererseits.
  • Analysiert die Rechte indigener Völker und ihre Rolle als Partner und Wegweiser für Klima- und Umweltschutz.

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Die Geschichte zeigt globale Zusammenhänge auf und enthält konkrete Anknüpfungspunkte für den Unterricht.

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