Nemonte Nenquimo

Eine indigene Aktivistin aus dem ecuadorianischen Amazonasgebiet, kämpft für Menschen- und Umweltrechte.

Nemonte Nenquimo ist zu einer der bekanntesten indigenen Stimmen Ecuadors geworden, wenn es darum geht, das Amazonasgebiet vor seiner wirtschaftlichen Ausbeutung zu schützen.

Die heute 35-jährige Aktivistin ist in dem Ort Nemonpare, einem Teil des Territoriums der Waorani-Gemeinde im Amazonasgebiet aufgewachsen, wo ihre Familie bis heute lebt. Die Eltern schickten sie auf eine Missionsschule in die Hauptstadt Quito, um an einem College zu studieren. Sie fühlte sich jedoch von den Missionaren gezwungen, ihre Sprache und ihre indigene Identität aufzugeben. Deshalb brach sie die Schule ab und kehrte in ihr Dorf zurück.

Die Waorani-Gemeinde besteht aus fast 5.000 Menschen und lebt auf einem 800.000 Hektar großen Territorium. Doch das Leben der Gemeinde ist bedroht durch Ölausbeutung, Abholzung, Wasserverschmutzung und Brandstiftung.

Als Nemonte 2011 feststellte, dass benachbarte indigene Gemeinschaften die gleichen Probleme hatten, begann sie mit Wasserprojekten zur Erhaltung von sauberem Trinkwasser. Sie gründete 2015 die Ceibo Alliance, in der sich vier indigene Völker aus dem ecuadorianischen Amazonasgebiet zusammenschlossen: A’i Kofan, Siekopai, Siona und Waorani. Gemeinsam machten sie sich auf den Weg, um den Regenwald und die Lebensgrundlagen der indigenen Bevölkerung zu schützen.

Denn die ecuadorianische Regierung wollte mehr als 2.000 Quadratkilometer tropischen Regenwald an Ölkonzerne verkaufen, davon waren 180.000 Hektar Waorani-Territorium betroffen. Zusammen mit der Alianza Ceibo klagte Nemonte Nenquimo gegen die ecuadorianische Regierung. Vor Gericht ging es vor allem darum, dass sich die ecuadorianische Regierung nicht vollständig mit den dort lebenden Menschen abgestimmt hat, bevor sie versucht hat, das Land zu verkaufen. Im Jahr 2018 gewannen

Nemonte Nenquimo und die Alianza Ceibo den Prozess.  Der ecuadorianischen Regierung wurde untersagt, das Land zu verkaufen. Damit hat Nemonte Nenquimo Geschichte geschrieben, denn sie hat nicht nur große Teile des Amazonas Regenwaldes vor Abholzung und Ölbohrungen gerettet, sondern auch ein Zeichen für die Rechte der indigenen Bevölkerung gesetzt.

Nach diesem Erfolg setzt sich Nemonte Nenquimo weiterhin für den Erhalt des Regenwaldes und die Rechte der indigenen Bevölkerung im Amazonasgebiet ein.

Im Oktober 2020 wurde ein Brief an die Regierenden der Welt von Nemonte Nenquimo im Guardian veröffentlicht (Nemonte Nenquimo „This is my message to the western world – your civilisation is killing life on Earth“ Guardian, 12.10.2020. https://www.theguardian.com/commentisfree/2020/oct/12/western-worldyour-civilisation-killing-life-on-earth-indigenous-amazon-planet) Dieser Brief eignet sich für den Einsatz im Unterricht und steht hier in Englisch, Deutsch und Spanisch als Download zur Verfügung.

Land

Web | Social Media

Weitere Infos

Nemonte Nenquimo I TIME100 2020;
E/SP; 2:19 Min.

https://www.youtube.com/watch?v=L42ZY_wmscM

Nemonte Nenquimo, 2020 Goldman Environmental Prize, Ecuador; E; 4:50 Min.

https://www.youtube.com/watch?v=tl4LAwHkaYM

Leitfragen zur Reflexion und Weiterarbeit

  • Warum ist dies eine Geschichte nachhaltigen Handelns?
  • Warum sind indigene Völker abhängig von einer intakten Umwelt?
  • Inwiefern sind Menschen in Deutschland von ihrer Umwelt und den natürlichen Lebensgrundlagen abhängig?
  • Wie sind die Menschen in Deutschland mit den Problemen indigener Völker verbunden?

      Arbeitsaufträge

      • Recherchiert die Auswirkungen von Ölförderung im Regenwald.
      • Lest den Brief von Nemonte Nenquimo und diskutiert die Rechte indigener Völker und ihre Rolle als Partner und Wegweiser für Klima- und Umweltschutz.

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      Die Geschichte zeigt globale Zusammenhänge auf und enthält konkrete Anknüpfungspunkte für den Unterricht.

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